Was ist eigentlich Schlauchboot- Geschicklichkeitsslalom?

 

Der Begriff sagt eigentlich schon alles. Wir manövrieren ein Schlauchboot mit Geschick im Slalom. Dies klingt einfach...., aber ganz so leicht ist das nicht und deshalb möchten wir Euch unseren interessanten Sport etwas genauer erläutern.

Wie in jeder Sportart gibt es bestimmte Regeln bzw. Bestimmungen, an die wir uns halten müssen.

  • Als Erstes kommt die Sicherheit, die in unserem Sport an erster Stelle steht, um weder uns noch andere zu gefährden oder gar zu verletzen.
  • Um mit den Booten sicher fahren zu können (und zu dürfen), bekommt jeder "Steuermann" eine intensive Einweisung, in der er Grundlagen über das Schlauchboot und in den Motor erfährt.
  • Unsere "Renn- Regeln", denken wir uns nicht aus, sondern werden uns als Vorgabe vom Deutschen Motoryachtverband gestellt.

Wer darf denn nun eigentlich fahren?

 

Eigentlich darf in unserm Schlauchboot jeder fahren, wenn sie oder er
  • mindestens 6 Jahre alt ist
  • nicht älter als 27 Jahre alt ist
  • in Besitz einer gültigen Fahrerlizenz ist
  • ab Klasse 6 einen gültigen Führerschein besitzt (ist Voraussetzung zur Fahrerlizenz)
  • körperlich und geistig in der Lage ist und schwimmen kann

Zum Alter dürfte es keine Fragen geben und warum wir fit sein müssen, haben wir auch schon erläutert- aber was ist eine Fahrerlizenz?

Fahrerlizenz. Man kann diese Lizenz auch mit einem Führerschein vergleichen. Wir sitzen auf der Schulbank (oder so etwas ähnliches), eignen uns theoretisches und praktisches Wissen an, legen eine Prüfung (Theorie und Praxis) ab und erhalten unsere Lizenz - eigentlich nix schlimmes.
Einfacher gesagt erlaubt uns diese Lizenz, ein Schlauchboot zu fahren, da wir uns im Vorfeld umfassendes Wissen über dieses Schlauchboot angeeignet haben. Nun sind die Anforderungen an uns nicht gleich- je älter wir werden, um so mehr müssen wir wissen und können- somit gibt es auch drei Lizenzstufen.


Mit steigender Lizenzstufe wächst natürlich auch unser maritimes Wissen. Zum Prüfen unserer Kenntnisse wurde in den letzten Jahren ein Fragenkatalog entwickelt.
Jetzt ist Euch bestimmt aufgefallen, dass wir erst vom Alter und dann von Altersklassen gesprochen haben. Bei uns sprechen wir von Altersklassen. Eine Altersklasse berechnet sich mit der Formel:
 

Kalenderjahr - Geburtsjahr = Altersklasse
 


Beispiel: Wir schreiben das Jahr 2015 und Ihr seid im Jahr 2005 geboren, ergibt sich die Altersklasse 10 (2015 - 2005 =10).

Altersklassen. Nach Altersklassen zu Fahren währe vielleicht etwas zu umständlich. Also hat man die Sache etwas vereinfacht und mehrere Altersklassen zusammengelegt. Diese resultierenden Klassen sind die eigentlichen Unterschiede.

• Klasse E - AK 6 / 7
• Klasse 1 - AK 8 / 9
• Klasse 2 - AK 10 / 11
• Klasse 3 - AK 12 / 13
• Klasse 4 - AK 14 - 16
• Klasse 5 - AK 16 - 18
• Klasse 6 - AK 19 - 21
• Klasse 7 - AK 22 - 27

Euch fällt bestimmt auf, dass die AK 16 zweimal aufgeführt ist. Ganz einfach: wenn Ihr in der AK 16 fahren würdet und bereits 16 Jahre alt seid, könntet Ihr in der Klasse 5 fahren (auch ohne Führerschein) - mit 15 Jahren nur in der Klasse 4.

Da international nur bis zu AK 18 gefahren wird, messen sich die Starter der klasse 6 und 7 nur bis zur Deutschen Meisterschaft.


Den Sportbootführerschein Binnen schreibt der Gesetzgeber vor ab dem Alter von 16 Jahren, aber in unserem Sport gibt es bei Besitz der Fahrerlizenz eine Ausnahme - übrigens darf man offiziell erst mit 16 Jahren ein motorisiertes Boot fahren.
 

Unsere Regeln auf dem Wasser

über die Kunst des siegreichen Fahrens

 

Der Ort, auf dem wir unsern Sport ausüben, liegt auf dem Wasser (wo sonst fährt man mit Booten). Es ist eine Fläche von ca. 80 m Länge und ca. 30 m Breite. Innerhalb dieser Fläche ist ein so genannter Parcours abgesteckt - 5 nummerierte Bojentore mit einer Durchfahrtsbreite von 2,50 m, die einfach ausgedrückt im zick- zack liegen. Dazu kommt eine Start bzw. Zieldurchfahrt, eine Mann-über-Bord-Boje/Schikane und eine Speed- Boje.

Je nach Klasse müssen wir diesen Parcours mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad durchfahren und entsprechende Manöver absolvieren.


Den Parcours so schnell wie möglich zu durchfahren, dabei keine der Bojen zu berühren und auch bei den Manövern keine Fehler zu machen, ist eine Kunst. Für jeden Fehler gibt es Strafpunkte, die sich bei der Auswertung als Zeitpunkte negativ auf die gefahrene Zeit auswirken. Anders ausgedrückt siegt der Fahrer mit den wenigsten Fehlerpunkten und der kürzesten Fahrzeit.

Zwei Sachen haben wir aber noch vergessen:

  • In allen Klassen muss mit dem Boot ordnungsgemäß ab- und wieder angelegt werden.
  • Weiterhin müssen wir die Fertigkeit in Seemannsknoten nachweisen.

All diese Fertigkeiten bekommen wir von unseren Trainern und Übungsleitern im Training vermittelt.
 

Wettkämpfe


Die Meisterschaft im Schlauchboot- Geschicklichkeitsslalom wird vom Deutschen Motoryachtverband ausgeschrieben und beginnt auf Clubebene. Also sind die Clubmeisterschaften die ersten Wettkämpfe. Die Besten starten zu den Landesmeisterschaften.

Anschließend geht es wieder für die Besten zu den Deutschen Meisterschaften. Mit einer neuen Regelung haben die besten der Deutschen Meisterschaft die Möglichkeit, sich beim Nationalkaderausscheid für das Deutsche Nationalteam zu Qualifizieren und vertreten Deutschland bei den Europa- und Weltmeisterschaften.


Neben diesen Meisterschaften finden noch einige andere Wettkämpfe statt.
So findet alljährlich beim MTC Brandenburg der Beetzseepkal, beim WSC "Möwe" Oranienburg der Möwepokal und beim SSC Ketzin der Jugendpokal statt. Der Schwielochseepokal wird beim MYWSC Schwielochsee ausgetragen. Wir selbst veranstalten in Neuruppin den "Fontanepokal".

Diese Pokalläufe werden von den Vereinen in Eigenregie durchgeführt - halten sich aber immer an die Ausschreibung des DMYV.

Währen dieser Veranstaltungen messen wir nicht nur unsere Leistungen, sondern kommen mit anderen Jugendlichen zusammen, mit denen wir Erfahrungen austauschen und auch eine Menge Blödsinn anstellen - manchmal zum Ärger unserer Betreuer.

Nun ist es nicht ganz einfach, eine so große Meute unterzubringen (manchmal über 100!) - wir schlafen alle in Zelten. Manchmal erinnert es an einen großen Ameisenhaufen, in dem auch keine Ruhe einkehrt.

Einmal im Jahr wird ein Trainingslager durchgeführt. Eine ganze Woche intensives Training mit ansprechendem Rahmenprogramm. Maritimer Wettbewerb, Neptunfest, Nachtwanderung und Volleyball- bzw. Tischtennisturnier sind nur einige Höhepunkte. Das Trainingslager findet nicht immer an der gleichen Stelle statt. Es wird immer im jährlichen Wechsel zwischen dem MTC Brandenburg und dem MYWSC Schwielochsee durchgeführt.


All das, was Ihr in den vorangegangenen Seiten erfahren habt, ist nur die Spitze der Eisberges, oder anders ausgedrückt ein Bruchteil dessen, was wir das Jahr über im Sport und an Spaß erleben. Wir haben bestimmt einiges vergessen, aber das kann man ja noch nachholen.
 

Habt Ihr Interesse und möchtet uns kennenlernen oder habt Fragen, dann schreibt uns einfach an!
 
 
 

Mit freundlicher Unterstützung durch Volker Arnoldt (MTC Brandenburg e. V.)
Vielen Dank!

 

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